In der Hotellerie und Gastronomie konkurrieren Häuser längst nicht mehr nur über Lage und Preis, sondern über das Bild, das vom Abend übrig bleibt. Eine handmodellierte Felswand ist eine Fläche, die man anfasst, fotografiert und wiedererkennt — und die es in keinem anderen Haus genauso gibt.
Was die Wand im Gastgewerbe leistet
- Sie wird fotografiert. Die Rückwand der Bar und die Fläche hinter der Rezeption sind die Motive, die ohnehin im Netz landen. Ob sie dabei nach Katalog aussehen oder nach Ihrem Haus, entscheidet das Material.
- Sie macht das Haus beschreibbar. „Das mit der Felswand hinter der Bar" ist eine Empfehlung, die hängenbleibt.
- Sie trägt die Beleuchtung. Im Streiflicht ändert die Fläche über den Abend ihr Gesicht — mittags ruhig, abends dramatisch.
- Sie lässt sich nicht nachbestellen. Das Haus nebenan kann dieselben Möbel kaufen, diese Wand nicht.
Wo die Wand steht
- Hinter der Rezeption. Die erste Fläche, die ein Gast sieht, und der Hintergrund jedes Check-ins.
- Als Rückwand der Bar. Zwischen Flaschenborden, von unten angestrahlt — die stärkste Wirkung im Haus.
- Im Restaurant. Eine Stirnwand statt umlaufender Dekoration; der Raum bekommt eine Richtung.
- Im Wellnessbereich. Zementgebunden ausgeführt, im Vorraum und an Ruhezonen.
- In Suiten und Themenzimmern. Hinter dem Kopfteil, wo Gäste Zeit verbringen.
Brandschutz — offen gesagt
In Hotels und Gaststätten gelten die Regeln für Sonderbauten, und Wand- und Deckenbekleidungen sind dort ein eigenes Kapitel. Deshalb die Angabe vorab und ohne Beschönigung:
- Standard ist schwer entflammbar (Baustoffklasse B1). Für Aufenthaltsräume — Lobby, Restaurant, Bar, Zimmer — ist das in aller Regel die geforderte Klasse, und in dieser Ausführung steht die volle Relieftiefe von 25 bis 300 Millimetern zur Verfügung.
- Nichtbrennbar (A2) führen wir auf Wunsch aus — bis 30 Millimeter Relieftiefe. Für notwendige Flure und Treppenräume verlangen die Landesbauordnungen bei Sonderbauten in der Regel A2. Das ist machbar, hat aber diese Grenze: Ein tief gebrochenes Relief lässt sich nichtbrennbar nicht herstellen. Im Rettungsweg wird die Wand also deutlich ruhiger als in der Lobby — eine flache, strukturierte Fläche statt einer Felsformation.
Das lässt sich gestalterisch nutzen, statt es zu erleiden: Die tiefe Wand steht dort, wo Gäste verweilen, die flache begleitet sie auf dem Weg dorthin. Beide tragen dieselbe Handschrift.
Was in Ihrem Haus konkret gilt, steht im Brandschutzkonzept und hängt an Gebäudeklasse, Nutzung und Fläche. Schicken Sie es uns mit der Anfrage, dann klären wir vor der Fertigung, welche Klasse wo gefordert ist und welche Relieftiefe daraus folgt.
Bauen, ohne den Betrieb anzuhalten
Jeder geschlossene Tag kostet. Deshalb gibt es drei Wege, und welcher passt, entscheidet Ihr Kalender:
- Vor Ort modelliert — bei Renovierung oder vor der Eröffnung. Vier bis sechs Arbeitstage, inklusive Trocknung rund eine Woche, und das beste Ergebnis: Schrägen, Nischen und Anschlüsse werden mitgenommen.
- Als Modulsatz — in der Werkstatt gefertigt, vor Ort in Stunden montiert. Für Häuser, die durchlaufen.
- Abschnittsweise — der Bereich wird staubdicht abgetrennt, der Rest läuft weiter. Üblich bei Lobbyflächen im laufenden Hotelbetrieb.
Vom Freigabetermin bis zur fertigen Wand rechnen Sie mit rund sechs Wochen, der größte Teil davon Vorlauf für Muster und Abstimmung.
Für Innenarchitekten und Objekteinrichter
Wir richten keine Häuser ein. Wenn Sie ein Konzept entwickeln und eine Fläche brauchen, die es trägt, arbeiten wir als Gewerk in Ihrem Auftrag und stimmen uns direkt mit Ihrer Bauleitung ab. Für ein belastbares Angebot brauchen wir Grundriss und Wandaufbau, die gewünschte Relieftiefe, das Lichtkonzept, den relevanten Auszug aus dem Brandschutzkonzept und Ihr Zeitfenster. Aus der geforderten Baustoffklasse ergibt sich, wie tief das Relief werden darf — in A2 sind 30 Millimeter die Grenze.
Die Fläche wiegt je nach Relieftiefe von 25 bis 300 Millimetern 30 bis 38 Kilogramm pro Quadratmeter — die Größenordnung eines gefliesten Wandaufbaus.
Häufige Fragen
Erfüllt die Wand die Brandschutzauflagen für Hotels und Restaurants?
Standardmäßig ist das Material schwer entflammbar (Baustoffklasse B1). Damit ist es für Aufenthaltsräume wie Lobby, Restaurant, Bar und Zimmer in aller Regel geeignet. Für Flucht- und Rettungswege verlangen die Landesbauordnungen bei Sonderbauten meist nichtbrennbare Bekleidungen (A2) — die führen wir auf Wunsch aus, allerdings nur bis 30 Millimeter Relieftiefe. Im notwendigen Flur wird die Wand also flacher als in der Lobby. Was in Ihrem Haus gilt, steht im Brandschutzkonzept; wir stimmen uns vor der Fertigung damit ab.
Muss der Betrieb für die Bauzeit schließen?
Nicht unbedingt. Bei Renovierung oder vor der Eröffnung modellieren wir vor Ort, das dauert vier bis sechs Arbeitstage. Läuft der Betrieb weiter, fertigen wir die Wand als Modulsatz in der Werkstatt und montieren sie in Stunden. Auch abschnittsweises Arbeiten ist möglich — etwa die Lobby bei laufendem Hotelbetrieb, mit abgetrenntem und staubdicht abgeklebtem Bereich.
Hält die Oberfläche dem Dauerbetrieb stand?
Die Oberfläche ist mineralisch und versiegelt. Abstauben genügt, gelegentliches feuchtes Abwischen verträgt sie; Scheuermittel und Dampfreiniger nicht. In Zonen mit Publikumsverkehr — hinter Barhockern, an Durchgängen — führen wir das Relief flacher aus. Wird nach Jahren eine Stelle beschädigt, lässt sie sich nachmodellieren und farblich einbinden, ohne die Fläche zu tauschen.
Funktioniert das im Wellness- und Saunabereich?
Im feuchten Bereich arbeiten wir mit zementgebundenem Material und einer speziellen Versiegelung, wie im Badezimmer. In direkt bespritzten Zonen führen wir die Fläche geschlossen aus, weil ein tief gebrochenes Relief dort Wasser in den Vertiefungen hält. Auch Saunakabinen mit hoher Dauertemperatur sind möglich — das mineralische Material hält die Hitze aus, anders als Kunststoffpaneele. Der gesamte Bereich lässt sich also durchgestalten, von der Kabine über den Vorraum bis zur Ruhezone.
Lässt sich das über mehrere Häuser hinweg wiederholen?
Ja. Bei Ketten und Mehrhauskonzepten halten wir Rezeptur, Pigmentierung und Bruchbild fest, damit das zweite Haus dieselbe Handschrift trägt, ohne dass die Wände identisch werden. Jede Fläche entsteht einzeln — wiedererkennbar, aber nicht kopiert.
Wie dieselbe Technik im Handel aussieht, zeigt die Seite Ladenbau, für Messestände fertigen wir sie als wiederverwendbaren Modulsatz. Die Varianten im Überblick stehen unter Wandverkleidung in Steinoptik.